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UNASUR als weltweit drittgrößter Staatenbund gegründet

Am 23. Mai 2008 unterzeichneten Vertreter von zwölf südamerikanischen Staaten in der brasilianischen Hauptstadt Brasília die Gründungsurkunde für die Union der Südamerikanischen Nationen (span. Unión de Naciones Suramericanas UNASUR, port. União das Nações Sul-Americanas UNASUL). Nach dem Vorbild der EU soll ein Staatenbund entstehen, der neben der Einführung einer einheitlichen Währung und dem Abbau von Handelshemmnissen auch eine verbesserte Freizügigkeit der Bürger der beteiligten Staaten vorsieht. Ferner treiben Brasilien und Venezuela den Aufbau eines Verteidigungsbündnisses voran. Der Verwaltungssitz mit dem Generalsekretariat wird in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito installiert, ein gemeinsames Parlament soll in der bolivianischen Stadt Cochabamba entstehen; ähnlich wie in der EU wird die Präsidentschaft im Jahreswechsel unter den beteiligten Ländern rotieren. Eine eigene "Bank des Südens" ist in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota geplant. Nach Einwohnerzahl und Bruttoinlandsprodukt liegt die UNASUR an dritter Stelle hinter der EU und der Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA. Die gemeinsame Motivation, eine stärkere Position gegenüber diesen mächtigen Handelspartnern zu erlangen, vereint auch Länder, die ein traditionell schwieriges Verhältnis zueinander haben, wie etwa Bolivien und Chile, die nicht einmal diplomatische Beziehungen unterhalten.
Französisch-Guyana ist als ein französisches Überseedepartment kein Mitglied der UNASUR, Panama und Mexiko haben gegenwärtig den Status "beobachtende Staaten".

BAYLAT empfängt eine DAAD-geförderte Delegation aus Kuba zu einem Arbeitstreffen

 

Februar 2019

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