Neue Autoritarismen in Deutschland und Brasilien
Ausschreibung
Workshop I: CEBRAP, São Paulo, 1.–3. Dezember 2026 Workshop
II: Universität Passau, November 2027
Überblick
Bewerbungsfrist | 22. Mai bis 22. Juni 2026 |
Bekanntgabe der Ergebnisse | bis 31. Juli 2026 |
Zielgruppe | Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Promovierende in der Abschlussphase, angebunden an Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Freistaat Bayern |
Plätze | 12 Teilnehmende (bayerische Seite) |
Arbeitssprache der Workshops | Englisch |
Übernommene Kosten | Flüge, Unterkunft und Reiseversicherung |
Förderer | FAPESP und BAYLAT/StMWK |
FAPESP-Verfahren | 25/15058-1 |
Hintergrund
„Neue Autoritarismen in Deutschland und Brasilien“ ist eine zweiteilige wissenschaftliche Workshop-Reihe, gemeinsam gefördert von der Forschungsstiftung des Bundesstaates São Paulo (FAPESP) und vom Bayerischen Hochschulzentrum für Lateinamerika (BAYLAT), angebunden an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (StMWK). Die Reihe bringt Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Promovierende aus dem Freistaat Bayern und dem Bundesstaat São Paulo zu einer vergleichenden und kritischen Untersuchung zeitgenössischer Autoritarismen zusammen.
Das Vorhaben geht von der Beobachtung aus, dass Deutschland und Brasilien — trotz ihrer unterschiedlichen politischen Geschichten und institutionellen Rahmenbedingungen — in den vergangenen Jahren ein Wiedererstarken autoritärer Diskurse und antidemokratischer Mobilisierungen erleben. Ziel der Reihe ist es, in interdisziplinärer und vergleichender Perspektive zu untersuchen, wie autoritäre Formationen in beiden Ländern entstehen und sich wandeln — mit besonderem Augenmerk auf ihre Legitimierung in demokratischen Systemen, die Rolle sozialer
Medien, die Transformation rechtlicher und politischer Normen sowie die wirtschaftlichen, kulturellen und sozialpsychologischen Dynamiken, die solche Tendenzen ermöglichen.
Institutionell wird das Projekt von zwei Hauptträgern getragen: dem Brasilianischen Zentrum für Analyse und Planung (Cebrap) in São Paulo und der Universität Passau im Freistaat Bayern. Ergänzend eingebunden sind das Center for Critical Imagination (CCI/Cebrap) und das Zentrum zur Analyse von Freiheit und Autoritarismus (LAUT), beide mit Sitz in São Paulo.
Format der Reihe
Die Reihe besteht aus zwei aufeinanderfolgenden, jeweils dreitägigen Workshops:
-
- Workshop I — CEBRAP, São Paulo, 1.–3. Dezember 2026;
- Workshop II — Universität Passau, November 2027.
Die 24 ausgewählten Teilnehmenden (12 aus dem Bundesstaat São Paulo und 12 aus dem Freistaat Bayern) bilden eine einheitliche Gruppe und nehmen an beiden Workshops teil. Diese Kontinuität ermöglicht die Vertiefung kooperativer und mentorialer Beziehungen über zwei Jahre hinweg und schafft die Grundlage für gemeinsame Publikationen, dauerhafte Netzwerke und künftige Verbundprojekte.
Die Bereitschaft zur Teilnahme an beiden Workshops ist daher Voraussetzung für die Bewerbung.
Koordination und Mentoring
Koordinatoren
-
- Prof. Dr. Lars Rensmann — Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Vergleichende Regierungslehre, Universität Passau.
- Prof. Dr. Marcos Nobre — Forscher am Cebrap, ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Campinas (Unicamp) und Gründungsmitglied des Center for Critical Imagination (CCI).
Mentorinnen und Mentoren
-
- Prof. Dr. Karin Stögner — Lehrstuhl für Soziologie, Universität Passau.
- Dr. Arthur Bueno — Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Vergleichende Regierungslehre, Universität Passau.
- Prof. Dr. Luciana Silva Reis — Rechtswissenschaftliche Fakultät, Universität São Paulo (USP); Vizepräsidentin des LAUT.
- Dr. Jonas Medeiros — Forschungsdirektor am CCI/Cebrap.
Thematische Schwerpunkte
Die Reihe ist interdisziplinär angelegt und steht Bewerbungen aus allen Bereichen der Geistes-und Sozialwissenschaften offen. Bewerberinnen und Bewerber sind eingeladen, ihre Projekte einem oder mehreren der folgenden Schwerpunkte zuzuordnen:
- Theorien der Demokratie in der Krise und Kritik des Autoritarismus;
- Autoritäre Subjektivität und der neue autoritäre Charakter;
- Rechtsextreme Bewegungen, populistische Parteien und die politische Mobilisierung des Autoritarismus;
- Ideologie, Vorurteil und Herrschaftsverhältnisse im zeitgenössischen Autoritarismus;
- Recht, Rechte und institutioneller Autoritarismus;
- Digitale Medien, Öffentlichkeit und Rekonfigurationen des politischen Diskurses;
- Erinnerung, Kultur und die symbolisch-affektiven Dimensionen des Autoritarismus.
Diese Schwerpunkte sind orientierend, nicht erschöpfend; Vorschläge, die die zentralen Fragestellungen der Reihe aufgreifen, sind ebenso willkommen.
Teilnahmevoraussetzungen
Bewerben können sich:
-
- Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, deren Promotion höchstens 10 Jahre vor Beginn des Workshops I abgeschlossen wurde — d. h. Disputation ab Dezember 2016;
- Promovierende in der Abschlussphase, deren Disputation bis Dezember 2027 geplant ist (d. h. innerhalb von zwölf Monaten nach Beginn des Workshops I); eine Bestätigung der Hochschule oder der Betreuenden über die Abschlussphase der Promotion ist einzureichen.
In beiden Fällen ist zwingend erforderlich:
-
- die formale Anbindung an eine Hochschule oder Forschungseinrichtung im Freistaat Bayern;
- ausreichende Englischkenntnisse, um aktiv an Vorträgen, Diskussionen und Mentoring-Sessions in dieser Sprache teilzunehmen.
Gemäß den Richtlinien von FAPESP und BAYLAT dürfen höchstens ein Drittel der Ausgewählten den Institutionen der Koordinatoren angehören. Bewerbungen von Forschenden anderer bayerischer Universitäten und Forschungseinrichtungen sind daher besonders erwünscht.
Leistungen
Für die ausgewählten Teilnehmenden werden im Rahmen der gemeinsamen Förderung durch FAPESP und BAYLAT folgende Kosten übernommen:
-
- Internationale Economy-Class-Flüge (Bayern — São Paulo — Bayern) für den Workshop I, die von den Teilnehmenden selbst erworben und anschließend gegen Vorlage entsprechender Belege erstattet werden, bis zu einem Höchstbetrag, der von der Projektkoordination festgelegt und den Ausgewählten mitgeteilt wird;
- Nationale Bahnfahrten innerhalb Deutschlands zur Workshop-Location (Passau), soweit zutreffend;
- Unterkunft für bis zu fünf Nächte in jeder Workshop-Stadt;
-
- Reiseversicherung entsprechend den FAPESP-Tabellen.
Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben. Im Gegenzug ist die aktive Mitwirkung an beiden Workshops (Präsentation, Diskussionen, Feedback-Runden, Mentoring-Sessions und Networking-Aktivitäten) verbindlicher Bestandteil der Bewerbung.
Einzureichende Unterlagen
Bewerbungen sind in einer einzigen PDF-Datei und vollständig auf Englisch einzureichen, mit folgenden Bestandteilen in der angegebenen Reihenfolge:
- Curriculum Vitae (max. 5 Seiten) — mit Schwerpunkt auf Ausbildung, wissenschaftlichen Publikationen und internationaler Erfahrung;
- Abstract der geplanten Workshop-Präsentation (max. 500 Wörter) — auf Englisch, mit Angabe des gewählten Schwerpunkts (oder der Schwerpunkte) und klarer Verknüpfung der eigenen Forschung mit dem Thema der Reihe;
- Motivationsschreiben (max. 1 Seite) — mit Darlegung des spezifischen Interesses am Programm, des erwarteten Beitrags zum deutsch-brasilianischen Vergleich und der Relevanz des Mentoring für die eigene Forschung und Laufbahn;
- Nur für Promovierende in der Abschlussphase: Bestätigung der Hochschule oder der Betreuenden über den geplanten Abschluss der Promotion bis Dezember 2027.
Die Datei ist per E-Mail an die unter Punkt 10 angegebene Adresse zu senden.
Auswahlkriterien
Die Bewerbungen werden nach folgenden Kriterien bewertet:
-
- wissenschaftliches Niveau und Qualität der laufenden Forschung;
- thematische Passung zu den Schwerpunkten des Programms;
- Potenzial für den deutsch-brasilianischen Austausch und für den Aufbau langfristiger Kooperationsnetzwerke;
- institutionelle, disziplinäre und regionale Diversität unter den Ausgewählten;
- Geschlechtergerechtigkeit unter den Ausgewählten;
- tatsächliche Verfügbarkeit für die Teilnahme an beiden Workshops.
Das Auswahlverfahren erfolgt ohne Diskriminierung aufgrund besonderer Bedürfnisse, ethnischer Herkunft, Geschlecht, religiöser Überzeugung oder sexueller Orientierung, im Einklang mit den FAPESP/BAYLAT-Richtlinien.
Auswahlkommission
Die Auswahl der Teilnehmenden von bayerischer Seite wird von einer Kommission vorgenommen, die sich aus den Koordinatoren und den Mentorinnen und Mentoren des Projekts zusammensetzt:
-
- Prof. Dr. Lars Rensmann (Universität Passau);
-
- Prof. Dr. Karin Stögner (Universität Passau);
- Dr. Arthur Bueno (Universität Passau);
- Prof. Dr. Marcos Nobre (Cebrap / Unicamp / CCI);
- Prof. Dr. Luciana Silva Reis (USP / LAUT);
- Dr. Jonas Medeiros (CCI / Cebrap).
Einreichung
Bewerbungen sind per E-Mail einzureichen an: workshop-authoritarianism@uni-passau.de.
Als Betreffzeile bitte verwenden: „FAPESP/BAYLAT – New Authoritarianisms – [Nachname der Bewerberin / des Bewerbers]“.
Der Anhang besteht aus einer einzigen PDF-Datei mit den geforderten Unterlagen (Punkt 7) in der angegebenen Reihenfolge.
Der Eingang der Bewerbung wird innerhalb von fünf Werktagen per E-Mail bestätigt.
Zeitplan
Phase | Datum | Ort |
Beginn der Bewerbungsfrist | 22. Mai 2026 | — |
Ende der Bewerbungsfrist | 22. Juni 2026 | — |
Bekanntgabe der Ergebnisse | bis 31. Juli 2026 | — |
Workshop I | 1.–3. Dezember 2026 | CEBRAP, São Paulo |
Workshop II | November 2027 | Universität Passau |
Sprache
Die Workshops werden vollständig auf Englisch durchgeführt. Vorträge, Diskussionen, Mentoring-Sessions und Networking-Aktivitäten finden in dieser Sprache statt. Alle Bewerbungsunterlagen sind auf Englisch einzureichen.
Kontakt
Rückfragen zur Ausschreibung richten Sie bitte an: workshop-authoritarianism@uni-passau.de.
Förderer und Partner
- FAPESP — Forschungsstiftung des Bundesstaates São Paulo
- BAYLAT — Bayerisches Hochschulzentrum für Lateinamerika (StMWK)
- Cebrap — Brasilianisches Zentrum für Analyse und Planung
- Universität Passau
- CCI — Center for Critical Imagination
- LAUT — Zentrum zur Analyse von Freiheit und Autoritarismus