5. Tagung des Forschungs- und Kooperationsnetzwerks (LATinBAY)

Ein starkes Netzwerk für Forschung und Kooperation mit Lateinamerika

Das Forschungs- und Kooperationsnetzwerk Lateinamerika in Bayern, kurz LATinBAY, wurde 2018 von BAYLAT geschaffen, um die Lateinamerikakompetenz an den bayerischen Hochschulen für Forschende aller Disziplinen zugänglich zu machen und die Kooperation mit lateinamerikanischen Partnern zu stärken.

Das Bayerische Hochschulzentrum für Lateinamerika (BAYLAT) hat am 9. und 10. Juli 2026 die 5. LATinBAY-Tagung ausgerichtet. Die ca. 38 Teilnehmenden tauschten sich über Forschung, Förderungen und internationale Kooperationen zwischen Bayern und Deutschland mit Lateinamerika und der Karibik (LAK) aus. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Forschungsförderung, Politik und internationalen Kooperationsnetzwerken kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen, strategische Perspektiven und Programme der wissenschaftlichen Kooperation im globalen Kontext zu diskutieren.

Die Tagung wurde von Professorin Dr. Silke Jansen, Vorsitzende des BAYLAT-Direktoriums, sowie Dr. Irma de Melo, BAYLAT-Geschäftsführerin des BAYLAT eröffnet. Die Botschafterin von Kuba in Deutschland, I.E. Juana Martínez González, übermittelte ein Grußwort. Sie verdeutlichte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit im Bereich von Wissenschaft und Innovation sowie der Arbeit auf Augenhöhe und Partnerschaftlichkeit.

Ein zentraler Schwerpunkt des ersten Tages lag auf der Rolle der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Kooperation mit Lateinamerika. Dr. Dietrich Halm gab einen umfassenden Überblick über Programme, Schwerpunkte und aktuelle Entwicklungen im Kontext des Globalen Südens. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass es aktuell verschiebende Tendenzen gibt und dass manche DFG-Programme auch Anpassungen und Änderungen unterliegen und es hier mitunter mittelfristig eine Tendenzenverschiebung gibt. 

Dr. Katharina Fleckenstein, vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) stellte in einem virtuellen Vortrag die Fördermöglichkeiten des DAAD vor. Sie merkte jedoch auch an, dass aufgrund reduzierter Finanzierung manche Programme nicht mehr in der gewohnten Form laufen können und auch hier über Alternativen bzw. Neuausrichtungen gesprochen wird.

Dr. Tobias Renghart, der die Arbeit der Max-Planck-Gesellschaft vorstellte, sprach über die Strategien zum Aufbau langfristiger wissenschaftlicher Partnerschaften in Lateinamerika.

Zudem präsentierte Angel Manuel Rafael Poyo von OBREAL Perspektiven und Kooperationsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Weltregionen und beleuchtete die Bedeutung internationaler Wissenschaftsnetzwerke.

Am Nachmittag bot ein von Dr. Luis Peña, Zentralinstitut für Lateinamerikastudien (ZILAS) moderierter Gallery Walk Raum für den direkten Austausch zwischen den Teilnehmenden und die Möglichkeit der Vorstellung laufender Projekte anhand von Postern. Das Hauptziel das Gallery Walks bestand darin, dass die Teilnehmenden einander kennenlernen, die Vielfalt des Netzwerks sichtbar machen und mögliche Verbindungen zwischen Personen, Institutionen, Projekten, Organisationen, Netzwerken und Initiativen beobachten.

Der zweite Veranstaltungstag begann mit der Analyse des Gallery Walks.

Hier wurde intensiv über die Forschungsschwerpunkte der anwesenden LATinBAY-Mitglieder sowie Kooperationspotentiale gesprochen. Die Analyse zeigte, dass sich die anwesenden LATinBAY-Mitglieder insbesondere mehr Vernetzungsmöglichkeiten und auch Forschungskooperationen wünschen.

Anschließend wurden Perspektiven für LATinBAY 2026/27 diskutiert und neue Impulse für zukünftige Kooperationen besprochen.

Zum Abschluss der Tagung wurden die BAYLAT-Aktivitäten und Förderprogramme durch Dr. Irma de Melo und Luise Freitag vorgestellt. Hier wurde insbesondere die Aktualisierung der LATinBAY -Datenbank angesprochen, die dazu führen wird, dass das Forschungs- und Kooperationssystem zu einem gemeinsamen System zusammengeschlossen wird.

Die Tagung wurde in Kooperation mit folgenden Partnerinstitutionen durchgeführt:

 

 

 

 

 

 

Nachfolgend die Links zur Veranstaltung

1. Fotogalerie

2. Programm

3. Booklet

4. Präsentationen

 

O-Töne:

S.E. Juana Martinez Gonzalez, Botschafterin Kubas in Deutschland: “LATinBAY es una red que contribuye de manera muy positiva a conectar las instituciones de Baviera y la región de América Latina. El encuentro de este año ha sido muy productivo, para avanzar en el impulso de proyectos e intercambios para el desarrollo de la investigación y la ciencia en beneficio mutuo de nuestras sociedades.

LATinBAY ist ein Netzwerk, das einen sehr positiven Beitrag zur Vernetzung von Institutionen in Bayern und Lateinamerika leistet. Das diesjährige Treffen war sehr produktiv und hat dazu beigetragen, Projekte und den Austausch zur Förderung von Forschung und Wissenschaft zum gegenseitigen Nutzen unserer Gesellschaften voranzutreiben.“

Dr. Dietrich Halm, Direktor, Cooperation with Latin America, DFG: „Dieses LATinBAY-Treffen hat gezeigt, welche Relevanz die Kooperation mit Lateinamerika hat, von Bayern aus, von BAYLAT aus. Nicht nur da, auch für uns in der DFG sehen wir natürlich die Relevanz. Und insofern war das jetzt für mich auch ganz wichtig, diese Informationen hier mitzunehmen und das letztendlich auch zu vergleichen mit dem, was wir an Signalen aus der gesamten Community bekommen.“

Dr. Tobias Renghart, Representative for Latin America, Division for International Relations, MPG: „LATinBAY ist eine ausgezeichnete Gelegenheit zum Netzwerken mit alten und neuen Partnern der MPG in Lateinamerika und Bayern/Deutschland. Der Austausch v.a. mit den Förderorganisationen hilft, um das eigene Vorgehen und Programme einzuordnen und ggf. anzupassen. Außerdem entstehen stets neue sehr interessante Kontakte, dieses Mal v.a. mit der mir unverständlicherweise vorher vollkommen unbekannten Obreal sowie mit der kubanischen Botschaft. Schließlich: BAYLAT sorgt wie immer für einen reibungslosen Ablauf und eine für das Netzwerken sehr angenehme Atmosphäre.“

Dr. Luis Peña, Wissenschaftlicher Koordinator ZILAS: „Das war eine großartige Gelegenheit, unsere Vielfalt zu entdecken, unsere Stärken sichtbar zu machen und gemeinsame strategische Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.“