BAYLAT-Forum

Mittelamerika und die spanischsprachige Karibik

Am 8. Mai 2026 veranstaltete das Bayerische Hochschulzentrum für Lateinamerika (BAYLAT) das Forum „Mittelamerika und die spanischsprachige Karibik“ im Wassersaal der Orangerie in Erlangen. Im Mittelpunkt standen die wissenschaftlichen und institutionellen Beziehungen zwischen Bayern und Costa Rica, der Dominikanischen Republik, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kuba, Nicaragua, Panama sowie Puerto Rico. Das Forum wurde von zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Hochschulleitungen, International Offices, diplomatischem Dienst und Fördereinrichtungen besucht. Insgesamt nahmen rund 35 Personen aus Bayern teil, zudem waren Gäste aus verschiedenen Regionen Deutschlands vertreten.

Professorin Dr. Silke Jansen, Direktoriumsvorsitzende von BAYLAT und Inhaberin des Lehrstuhls für Romanistik, insbesondere Sprachwissenschaft, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und Dr. Irma de Melo, BAYLAT-Geschäftsführerin, eröffneten das Forum und begrüßte die Teilnehmenden aus Diplomatie, Hochschulen, Wissenschaftsmanagement und Förderinstitutionen.

Im Anschluss stellte Dipl.-Pol. Luise Freitag, BAYLAT-Förderprogramme- und Kooperationsmanagement, die Fördermöglichkeiten und Programme von BAYLAT für die Zusammenarbeit mit Lateinamerika und der Karibik vor.

Den wissenschaftlichen Auftakt bildete der Impulsvortrag „Eine neue Kuba-Krise? Der aktuelle Konflikt (und die Folgen für die Region)“ von Professor Dr. Bert Hoffmann, Lead Research Fellow am German Institute for Global and Area Studies (GIGA). In seinem Vortrag analysierte er die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Kuba und deren Auswirkungen auf die Region.

Ein zentraler Bestandteil des Forums war das Panel der Botschafterinnen und Botschafter, bei dem diplomatische Vertreterinnen und Vertreter aus Mittelamerika und der Karibik Perspektiven zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Deutschland und Bayern präsentierten. Teilgenommen haben:

  • I.E. Florencia Eugenia Vilanova de von Oehsen, Botschafterin von El Salvador in Deutschland
  • I.E. Juana Martínez González, Botschafterin von Kuba in Deutschland
  • S.E. Antonio Lehmann Gutiérrez, Botschafter von Costa Rica in Deutschland
  • Miguel Valenzuela Antigua, Zweiter Sekretär der Botschaft der Dominikanischen Republik in Deutschland

Am Nachmittag wurde ein eigens für die Veranstaltung vorbereiteter Videobeitrag des Consejo Superior Universitario Centroamericano (CSUCA) präsentiert, der Einblicke in die regionale Hochschulzusammenarbeit in Mittelamerika vermittelte. Anschließend war Mag. Ing. Irena Rusak Rojas, Koordinatorin für bilaterale Programme des DAAD-Informationszentrums in San José sowie für die Region Mexiko, Zentralamerika und Karibik, live per Videokonferenz zugeschaltet und sprach über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven der akademischen Zusammenarbeit.

Abschließend gabt es Raum für einen strategischen Austausch über zukünftige Kooperationsmöglichkeiten zwischen Bayern sowie den Ländern Mittelamerikas und der spanischsprachigen Karibik.

Das Forum machte deutlich, dass die Region für die internationale Hochschul- und Forschungszusammenarbeit Bayerns zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung das große Potenzial langfristiger Partnerschaften in Forschung, Lehre und Mobilität auf.

Grundlage des Forums bildeten die drei Themenfelder:

  • Wissenschaftliche Kooperation und gemeinsame Forschungsprojekte
  • Institutionelle Partnerschaften
  • Akademischer und studentischer Austausch

BAYLAT hat die Idee dieses Forum zu organisieren, weil die Zusammenarbeit mit Ländern Mittelamerikas und der Karibik in Forschung und Lehre aus mehreren Gründen besonders wertvoll ist:

Erstens bringt es neue Perspektiven. Regionen wie Mittelamerika und die Karibik haben eigene soziale, ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen. Themen wie Biodiversität, Klimawandel, nachhaltige Stadtentwicklung oder soziale Ungleichheit zeigen sich dort oft in besonders deutlicher Form. Das erweitert den wissenschaftlichen Blick und verhindert, dass Forschung zu einseitig aus einer rein europäischen Perspektive gedacht wird.

Zweitens geht es um gemeinsame globale Probleme. Phänomene wie Klimawandel, Migration oder Pandemien betreffen alle Regionen. Viele karibische Staaten sind z. B. stark von steigenden Meeresspiegeln betroffen. Kooperation bedeutet hier: voneinander lernen, Daten teilen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die international funktionieren.

Drittens stärkt es die Qualität von Lehre und Ausbildung. Austauschprogramme, gemeinsame Projekte oder Co-Teaching ermöglichen Studierenden und Lehrenden interkulturelle Erfahrungen. Das fördert kritisches Denken, Sprachkompetenz und die Fähigkeit, in internationalen Teams zu arbeiten – alles wichtige Kompetenzen in einer globalisierten Welt.

Viertens eröffnet es Innovationspotenziale. Unterschiedliche Wissenssysteme können neue Ansätze hervorbringen, die in klassischen Forschungskontexten oft übersehen werden.

Fünftens hat es auch eine strategische und institutionelle Dimension. Internationale Kooperationen erhöhen die Sichtbarkeit von Hochschulen, erleichtern den Zugang zu Fördermitteln und stärken langfristige Netzwerke.

Allerdings funktioniert das nur gut, wenn die Zusammenarbeit partnerschaftlich und auf Augenhöhe erfolgt – also nicht als einseitiger Wissenstransfer, sondern als echter Austausch.

Durch diese Veranstaltung wurden, bestehende Kooperationen sichtbar gemacht, strategische Potenziale für den Ausbau der Zusammenarbeit identifiziert und neue Impulse für gemeinsame Projekte in Wissenschaft, Hochschulpartnerschaften sowie im akademischen Austausch gesetzt.

Gruppenfoto mit Flagge